Muster-Auszug: KI-Prototyp Architekturcheck

Ein vereinfachtes, fiktives Beispiel zeigt, wie Systemübersicht, Entscheidungen, Befunde und der 30-/90-Tage-Plan dokumentiert werden. Ohne E-Mail-Gate.

Dieser Muster-Auszug ist fiktiv und bewusst vereinfacht. Er zeigt die Form der Ergebnisse; tatsächliche Befunde, Scope und Detailtiefe hängen vom Repository und dem geplanten Einsatz ab.

Vereinfachte Systemübersicht

Beispielszenario: Eine mit KI-Werkzeugen entwickelte B2B-Webanwendung soll nach einer erfolgreichen Demo für erste zahlende Kunden geöffnet werden.

  • Web-Frontend: Anmeldung, Kundenverwaltung und Auswertungen.
  • API-Anwendung: Geschäftslogik, Datenzugriff und externe Integrationen in einem Deployment.
  • PostgreSQL: Kunden-, Benutzer- und Transaktionsdaten.
  • Externer Identitätsanbieter: Anmeldung; Autorisierung zusätzlich in der Anwendung.
  • CI/CD: Build und Deployment vorhanden, automatisierte Qualitätsprüfungen nur teilweise.

Kritischer Ablauf: Ein Benutzer lädt Transaktionsdaten hoch, die einem Mandanten zugeordnet, verarbeitet und in einer Auswertung sichtbar werden.

Entscheidungsmatrix

Systemteil Entscheidung Begründung
Frontend-Struktur Refaktorieren Nutzerabläufe funktionieren; Zustands- und API-Zugriffe sind stark gekoppelt.
Authentifizierung Behalten Externer Anbieter ist passend integriert und austauschbar gekapselt.
Autorisierung Härten Mandantenzugriff wird nicht an jedem Datenzugriff zentral erzwungen.
Datenimport Refaktorieren Geschäftsregeln und Persistenz sind vermischt; Fehlerbehandlung ist nicht reproduzierbar testbar.
CI/CD Härten Build ist reproduzierbar, aber Migrations- und Integrationstests fehlen als Freigabekriterium.

Drei beispielhafte Befunde

01 · Mandantengrenze nicht zentral erzwungen

Nachweis: Zwei Repository-Abfragen filtern nach einer vom Client gelieferten Mandanten-ID; ein gemeinsamer serverseitiger Zugriffskontext fehlt.

Auswirkung: Fehlerhafte oder manipulierte Requests könnten Daten eines falschen Mandanten lesen. Das widerspricht dem geplanten B2B-Einsatz.

Empfehlung: Zugriffskontext serverseitig ableiten, Datenzugriff zentral kapseln und negative Integrationstests ergänzen.

Aufwandsklasse: M · Priorität: sofort

02 · Schemaänderungen sind nicht rückrollbar geprüft

Nachweis: Migrationen laufen erst beim Produktionsstart; CI startet keine leere Datenbank und prüft weder Vorwärtsmigration noch kompatiblen Anwendungsstart.

Auswirkung: Eine fehlerhafte Migration kann Deployment und Wiederherstellung blockieren.

Empfehlung: Migrationen in CI auf leerem und repräsentativem Schema ausführen, Kompatibilitätsregeln dokumentieren und Restore-Ablauf testen.

Aufwandsklasse: S–M · Priorität: vor Launch

03 · Geschäftslogik ist nur über UI-Tests abgesichert

Nachweis: Importregeln liegen in Controller und Datenzugriff; drei zentrale Fehlerfälle lassen sich ohne vollständigen Browserlauf nicht isoliert testen.

Auswirkung: Kleine Änderungen verursachen hohen Review-Aufwand und erhöhen das Risiko unbeabsichtigter fachlicher Abweichungen.

Empfehlung: Importregeln hinter eine klare Schnittstelle verschieben, repräsentative Beispieldaten festlegen und schnelle Fachtests ergänzen.

Aufwandsklasse: M · Priorität: innerhalb 30 Tagen

Beispielentscheidung

Conditional Go: Ein begrenzter Pilot mit ausgewählten Kunden ist vertretbar, sobald die Mandantengrenze zentral abgesichert und durch negative Tests belegt ist. Ein allgemeiner Launch sollte zusätzlich die Migrationsprüfung und einen getesteten Wiederherstellungsweg voraussetzen.

Die Anwendung muss nicht neu gebaut werden. Authentifizierung und große Teile des Frontends können erhalten bleiben; Autorisierung, Importlogik und Delivery benötigen gezielte Maßnahmen.

Ausschnitt aus dem 30-/90-Tage-Plan

Erste 30 Tage

  1. Mandantenzugriff zentral erzwingen und negative Integrationstests als Release-Blocker einführen.
  2. Datenbankmigrationen in CI reproduzierbar prüfen; Backup und Restore einmal unter realistischen Bedingungen testen.
  3. Kritische Importregeln von Transport und Persistenz trennen; repräsentative Fachtests ergänzen.
  4. Fehlerbehandlung und Monitoring für den Importablauf definieren.

Bis Tag 90

  1. Frontend-Zustand und API-Zugriffe entlang der wichtigsten Nutzerabläufe entkoppeln.
  2. API-Verträge und Testdaten für kritische Integrationen versionieren.
  3. Rollen- und Berechtigungsmodell vollständig dokumentieren und weitere Datenzugriffe prüfen.
  4. Qualitätskriterien für Änderungen in Pull Requests und Deployment-Freigaben vereinheitlichen.

Was ein tatsächlicher Architekturcheck ergänzt

Der vollständige Bericht enthält konkrete Repository-Fundstellen, Scope und Annahmen, ein priorisiertes Risikoregister, Entscheidungen je relevantem Systemteil, offene Unsicherheiten und eine gemeinsame Ergebnisbesprechung.

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